Erst Gold, dann Tattoo

632709_web_R_K_B_by_Lupo_pixelio.de (2)Die Rede ist von Vanessa Low, die im Weitsprung die Goldmedaille gewonnen hat. Sie wurde gleich zu Anfang der Liebling bei den brasilianischen Fans. Da haben die Problemchen, die vorangegangen waren, auch nichts dran ändern können.

Die Nationalhymne, man kennt sie eigentlich, aber Low hatte den Text kurzerhand einfach vergessen. Zudem hat sie sich darüber geärgert, dass sie den Fabel-Rekord nicht geschafft hat. Auch ist sie sich noch nicht im Klaren, wo ihr Tattoo nun hin soll. All das waren Kleinigkeiten, die in völlige Vergessenheit geraten waren, denn mit Gold war ihr Abend einfach nur perfekt.

Für die 26-jährige war an dem Abend im Olympiastadion in Rio alles perfekt. Nicht nur, dass sie die Paralympics-Goldmedaille gewann, nein auch konnte sie zum zweiten Mal Weltrekord springen. Und die Fans machten sie zum absoluten Liebling. Da kann man sich im Grunde gar nicht mehr wünschen.

Der Weltrekord von 4,79 m, den sie selbst aufstellte, konnte sie mit 4,88 m im zweiten Versuch nochmal verbessern. Zu ihrer eigenen Überraschung schaffte sie dann in ihrem dritten Sprung sogar einen neuen Weltrekord mit 4,93 m. Die Leverkusenerin sagt dazu nur „Gold und Weltrekord – mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen“. Sie sagt „eigentlich“ denn sie hätte gerne die fünf Meter geknackt.

Auf dem Siegerpodest stehend sang sie natürlich voller Inbrunst die Nationalhymne mit. Allerdings vergaß sie den Text und als sie das bemerkt, hörte sie einfach auf zu singen. Wahrscheinlich kann ihr das jeder bei der ganzen Aufregung und dem Erfolg sogar verzeihen. Schließlich ist solch ein Erfolg nicht der Standard, schon gar nicht bei den Paralympics.

Jetzt stellt sich für Low eigentlich nur eine Frage, nämlich nach der Stelle, auf die das Autogramm des Trainers tätowiert werden soll. Sie hat es versprochen und will sich auch daran halten. Schließlich wäre es ohne ihren Trainer nicht möglich gewesen, diesen Erfolg zu erzielen. Es wird ein Autogramm des Trainers, Roderick Green, dass bald ihren Körper zieren wird.

Schon 2012 wollte Low eigentlich aufhören, nachdem sie in London nur den sechsten Platz bei den Paralympics erzielen konnte. Aber es gab einen Menschen, der sie dazu überredete weiter zu machen. Es war der Ehemann von Kollegin Katrin Green. Er bat ihr an, in die USA zu reisen und hier mit ihm zusammen zu trainieren. Er sagte damals zu ihr, dass er sie zu Gold trainieren könne. Und so war es dann auch, wie sich in diesem Jahr gezeigt hat. Low sagte: „Weil wir das geschafft haben, und weil er mich auch als Person extrem weiterentwickelt hat, hat er dieses absolut verdient“.

Der Einsatz hat sich gelohnt und wir werden gespannt sein, wo das Tattoo zu sehen sein wird. Es spricht für sich und ist ein Zeichen absoluter Dankbarkeit, dass der Glaube von Green an Vanessa Low nicht verlorengegangen ist.

Bildquelle: © lupo / Pixelio.de

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