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Tattoo Fehler

Montag, 14. November 2016

629220_web_R_K_B_by_Gaby Stein_pixelio.de (2)Jeder kann sich ein Tattoo seines eigenen Geschmacks stechen lassen. Fatal wird es nur dann, wenn das Tattoo einen Fehler enthält oder man später feststellen muss, dass das ganze Motiv oder der gesamte Schriftzug ein Fehler ist. Noch schlimmer ist es dann, wenn nach Fertigstellen des Tattoos festgestellt wird, das sich ein Fehler in das Tattoo selbst eingeschlichen hat, was oft bei Schriftzügen passieren kann.

Bei Tattoo Fehlern, die andere auf ihrer Haut tragen, wird gelacht und man denkt sich selbst, wie gut, das man nicht selbst davon betroffen ist. Aber man muss nicht immer auf Tattoo-Fehlern sitzen bleiben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese zu beheben. Wenn auch nicht immer kostengünstig, sondern oftmals sehr kostspielig.

Rechtschreibfehler sind fatal bei einem Tattoo. Auf der Tastatur des Computers oder Handys schnell vertippt, läßt sich korrigieren. Ein Buchstabe zu wenig wird einfach eingefügt. Aber bei einem fertigen Tattoo, bei dem ein Buchstabe fehlt, ist das nicht möglich. Wie solche Fehler passieren, ist immer wieder fraglich, denn schließlich wird von dem Tattoo erst einmal ein Aufdruck gemacht. Bei diesem muss doch der Fehler im Grunde schon erkannt werden. Zumal auch jene, die sich ein Tattoo stechen lassen möchte, sich ihr Motiv genau ansehen.

Rechtschreibfehler lassen sich aber vermeiden. Dafür ist es enorm wichtig, das Wort oder den ganzen Satz, den man sich tätowieren lassen möchte, zu prüfen. Das geht online mittels Suchmaschinen. Oder anderen das Tattoo zeigen und korrigieren lassen. Lässt man sich das Tattoo von einem Tätowierer entwerfen, ist es hier enorm wichtig, sich diesen Entwurf genaustens anzusehen. Handelt es sich um einen guten Tätowierer, wird er den ersten Entwurf auf Papier machen. Sollte es doch vorkommen, dass eine Ergänzung oder Korrektur auf der Haut gemacht wird, muss man sich diese vor dem Stechen unbedingt zeigen lassen.

Kein Tätowierer übernimmt die Haftung für Fehler.

Hat man sich den Namen seines Schatzes tätowieren lassen, ist man sich sicher, dass es ein Leben lang hält. Was aber, wenn es doch zu einer Trennung kommt? Den Namen kann man sich nicht einfach wegmachen lassen. Meistens hilft hier nur die Lasertherapie, bei der das Tattoo entfernt wird. Manch ein Tätowierer kann vielleicht aber auch ein Cover-up daraus machen. Sprich er entwirft ein Motiv, bei dem der Name am Ende nicht mehr erkennbar ist. Das allerdings ist eine schwere Aufgabe und nicht immer zu bewältigen.

Falsche Übersetzungen sind ebenfalls schwerwiegende Tattoo-Fehler. Soll eine Weisheit in fremder Sprache tätowiert werden, dann muss auf die richtige Übersetzung geachtet werden. Asiatische und arabische Schriftzüge werden gerne gewählt. Hier sollte man sich aber von einem Profi seinen Spruch oder Satz übersetzen lassen, um Fehler zu vermeiden.

Faustregeln für ein Tattoo gibt es nicht. Es muss einem persönlich gefallen. Und es darf auch sicher individuell sein. Vor allem muss man mit den verschiedenen Reaktionen der Leute, die das Tattoo sehen, rechnen. „Über Geschmack lässt sich streiten“. Ein Sprichwort, das jeder kennt und besonders bei der Tattoo-Wahl passt.

Hat man selbst einen Tattoo-Fehler, kann entweder ein Cover-up oder aber eine Laserbehandlung helfen, wenn es unbedingt weg muss.

Bildquelle: © gaby stein / Pixelio.de

Tattoos bei der Arbeit

Mittwoch, 26. Oktober 2016

184827_web_R_K_B_by_Siegfried Fries_pixelio.de (2)Menschen mit Tattoos sind keine Exoten mehr. Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine permanente Verzierung ihres Körpers. Häufig ist es die Individualisierung von sich selbst. Vor dem Tätowieren haben sich viele sicher nicht mit der Frage auseinandergesetzt, wie ein künftiger Arbeitgeber über die Verzierung der Haut denkt.

Experten raten zur Offenheit bei potenziellen Arbeitgebern. Sicherlich ist es in Branchen mit einem speziellen Dresscode nicht gerne gesehen, wenn die Tattoos hervorblitzen. Anders gibt es aber auch solche Arbeitgeber, die ganz offen damit umgehen und selbst der Meinung sind, dass eine Stelle gar nicht besetzt werden kann, wenn man ein sichtbares Tattoo als Ausschlusskriterium nehmen würde. Aber hier gehen die Meinungen stark auseinander. Banken, Steuerberater und andere mit Kunden in Kontakt kommende Jobs lassen ein Tattoo häufig nicht an sichtbaren Körperstellen zu. Aber es gibt immer solche und solche. So gibt es beispielsweise auch Unternehmen, die gegen ein ansehnliches Tattoo keine Einwendungen haben. Auch in solchen Berufen mit Kundenkontakt.

Wer selbst ein großes und sichtbares Tattoo hat, der sollte seinem Arbeitgeber offen damit gegenübertreten. So lässt sich klären, ob die Tätowierung abgedeckt werden muss. Einem selbst ist es dann natürlich überlassen, ob er sich damit einverstanden erklärt, um ein Jobangebot annehmen zu können.

In vielen traditionellen Unternehmen, wie auch bei vielen Kanzleien, ist es den Mitarbeitern nicht erlaubt, ihre Tätowierungen offen zu tragen. Aber auch in jener Branche wurden schon Angestellte in hohen Positionen mit Tätowierungen gesehen. Es gilt eigentlich immer, dass es die Art des Tattoos ist, die darüber entscheidet, wie ein Arbeitgeber damit umgeht.

Es gibt beispielsweise auch solche Unternehmen, in denen Tattoos gerne gesehen werden. Hierzu gehört auch der Job des Grafikers. So ist es schon vorgekommen, dass Grafiker mit großen sichtbaren Tattoos mehr vertrauen bei den Kunden erwecken. Leider gilt das aber nicht überall, denn solche Tätowierungen können auch unseriös wirken.

In kreativen Branchen ist das Tragen eines Tattoos meistens weniger ein Problem. Heutzutage sagt ein Tattoo auch in der Regel nicht mehr über den Menschen selbst aus. Solange man seine Arbeit gewissenhaft ausführt ist eine Verzierung am Körper kein Grund mehr für eine Absage.

Sicher gibt es Jobs mit strengen Regeln und einem Tattoo-Verbot. Wer also noch keine Tätowierung hat aber überlegt sich eines stechen zu lassen, spricht entweder erst mit seinem Arbeitgeber oder informiert sich darüber, ob der Job, den man gerne machen möchte, Tattoos erlaubt.

Arbeitgeber dürfen nicht entscheiden, ob man sich ein Tattoo stechen lässt oder nicht, aber sie können verbieten, dass es sichtbar für andere ist. Häufig hat es mit Seriosität zu tun. In den wenigsten Fällen liegt es an einer Abneigung gegen die Verzierungen.

Die Körperstelle, an der man Motiv tätowieren lassen möchte, sollte gut gewählt werden. Gerade mit jungen Jahren, wenn man auf der Suche nach einer Arbeit ist und nicht wegen seiner Tattoos eine Absage bekommen möchte.

Bildquelle: © paul-georg meister / Pixelio.de

Eine Tätowierung mit Folgen

Mittwoch, 12. Oktober 2016

184827_web_R_K_B_by_Siegfried Fries_pixelio.de (2)Es war ein neues Bild mit einer Größe von sieben mal zwölf Zentimeter, mit dem eine alte Tätowierung überdeckt wurde. Eigentlich ist es nichts ungewöhnliches, wenn man sich ein Tattoo überstechen lässt, weil es einem nicht mehr gefällt. Der Mann war damals gerade 20 und lies sich das erste Mal tätowieren. Es verlief alles ohne Problem und auch jetzt war anfangs eigentlich alles gut gegangen. Er verließ Munter und zufrieden das Tattoo Studio.

Fünf Stunden später traten dann die Probleme auf. Zunächst war es nur der Arm, der um das Tattoo herum dick wurde. Die Haut zeigte außerdem eine Rötung. Und dann ging alles sehr schnell. Eine Stunde darauf musste er mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Diagnose: Systemische Anaphylaxie, Schweregrad II. Es gibt eigentlich nur einen weiteren Schweregrade darüber, der für einen allergischen Schock gilt.

Der Mann war ansprechbar aber der Atem ging sehr schnell und der Blutdruck war hoch. Sein Zustand war in diesem Moment „potenziell lebensbedrohlich“. Die Ärzte haben ihn sofort mit einem Mittel behandelt, dass die Schwellung zurück gehen ließ. Zwei Tage nach der Einlieferung hatte der Körper des Mannes das Allergen ausgeschieden und es ging ihm endlich besser.

Die Ärzte, die den Fall behandelten, haben diesen in das „Deutsche Ärzteblatt“ geschrieben, denn es handelt sich hier um eine Gefahr, die in der Literatur der Wissenschaft bislang nur sehr wenig beschrieben wurde: allergische Reaktionen auf Tätowierungen mit einem systemischen Verlauf. Sprich, es ist nicht nur die Haut, sondern der ganze Körper betroffen.

Was genau war hier mit dem Mann passiert: Einfach erklärt: Er hatte eine allergische Reaktion. Aus diesem Grund ließen die Ärzte auch die Farben untersuchen, mit denen tätowiert worden war. Deren Inhaltsstoffe waren das Konservierungsmittel Formaldehyd, Kobalt, Nickel, Cadium und Mangan. Dadurch, dass Nickel, Mangan und Formaldehyd als Allergieauslöser bekannt sind, ist es naheliegend, dass einer dieser Stoffe die Allergie bei dem Mann ausgelöst hatte.

Alle Inhaltsstoffe der Farben werden unter die Haut gestochen. Selbst Bakterien, wenn sich diese in der Farbe befinden. Sprich, es ist selbst eine bakterielle Infektion möglich, wenn man sich Tätowieren lässt. Hat man viel Glück, dann bleibt es bei einer eitrigen Haut. In anderen Fällen kann diese bakterielle Infektion mit einem septischen Schock ebenfalls in einer Klinik enden.

Es ist in Deutschland nicht bekannt, wie oft Infektionen oder allergische Reaktionen vorkommen, weil solche Fälle nicht gesondert Dokumentiert werden. Risikobewerter haben „obligatorische Qualitätssicherungsmaßnahmen“ gefordert. Diese sollen nicht nur in den Tattoostudios, sondern auch bei den Tintenherstellern erfolgen. Das würde bedeuten, dass immer wieder Stichproben der Farben genommen und auf mögliche Bakterien untersucht werden würden.

Es ist nur einer von mehreren Fällen, der gezeigt hat, dass eine Tätowierung nicht immer unbedenklich verläuft. Schon bei ersten Anzeichen einer Allergie oder bakteriellen Infektion muss ein Arzt aufgesucht werden, damit Schlimmeres verhindert werden kann.

Bildquelle: © siegfried fries / Pixelio.de

Das richtige Tattoo Studio finden

Mittwoch, 05. Oktober 2016

211664_web_R_K_by_Paul-Georg Meister_pixelio.de (2)Schmetterlinge, Sterne, Tribals, Blumenmotive, ganz egal, für welches Tattoo-Motiv man sich entschieden hat, bei der Wahl des Studios darf man sich nicht nur auf seinen Instinkt verlassen. Das wichtigste überhaupt ist immer die Hygiene in einem Studio. Das bedeutet zum einen, dass es wirklich sauber sein muss und es sollte zudem ein absolutes Rauchverbot im Tattoostudio herrschen.

Bevor man sich also in die Hände eines Tätowierers begibt, ist es sicher von Vorteil, sich die zahlreichen Studios einmal anzusehen. Hell, gut belüftet und desinfiziert sollte es sein. Sieht es bei den Arbeitsbereichen ein wenig aus, wie in einer Arztpraxis, dann ist das schon ein Anzeichen davon, dass hier viel wert auf sauberes Arbeiten gelegt wird. Die Oberflächen sollten ebenso wie die Böden leicht abwaschbar sein. Zudem zeigt es sicher auch von Professionalität, wenn Waschbecken, Abfalleimer, Liegen mit Tüchern bedeckt und Desinfektionsmittel vorhanden sind.

In einem Tattoo Studio sind oftmals auch besondere Werke des Tätowierers zu sehen. Hier kann man schon erkennen, welche bisherigen Arbeiten der Tätowierer ausgeführt hat und man selbst kann so sein Urteil über die Arbeit bilden.

Ein weiterer Punkt ist das Gespräch mit dem Tätowierer. „Es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten“, ein Sprichwort, dass bei der Wahl des Studios vollkommen passend ist. Denn Beantwortet der Tätowierer jede noch so scheinbar blöde Frage professionell und klärt seinen Kunden bis ins kleinste Detail auf, dann ist das garantiert ein Pluspunkt. Sollte einem selbst jedoch der Tätowierer unsympathisch erscheinen, dann sollte man sich besser nach einem anderen Studio umsehen. Schließlich soll man sich seinem Tätowierer anvertrauen und muss ihm erst einmal blind vertrauen, obwohl man ihn gar nicht richtig kennt.

Einen guten Tätowierer kann man auch daran erkennen, dass er nicht nur darauf aus ist viel Geld zu verdienen, sondern ihm auch die Sicherheit und das Wohlgefühl seines Kunden wichtig ist. Über Risiken, mögliche Allergien und Komplikationen klärt ein vernünftiger Tätowierer immer auf. Zudem kann er auch beratend zur Seite stehen, wenn es um ein Motiv und die passende Körperstelle dafür geht.

Wer sich nach einem sauberen und professionellen Tattoo-Studio umsieht, der sollte sich dafür Zeit nehmen. Gleiches gilt auch bei der Wahl für das Tattoo und die Körperstelle. Denn diese sollte mit Bedacht auf die Zukunft und die mögliche Arbeitsstelle gewählt werden. Nicht in jedem Beruf sind Tattoos gerne gesehen und auch darauf weist ein guter Tätowierer hin. Klärt der Tätowierer dann auch noch ganz ohne nachhaken über die Heilung und Pflege des neuen Tattoos auf, dann kann man sich beruhigt in seine Hände begeben und sein Tattoo stechen lassen.

Die Suche nach einem guten Tattoo-Studio ist bestimmt nicht schwer, man sollte sich einfach nur ein wenig Zeit dafür nehmen.

Bildquelle: © paul-georg meister / Pixelio.de

Osnabrücker Wahrzeichen als Tattoo

Mittwoch, 28. September 2016

709670_web_R_K_by_Dieter Schütz_pixelio.de (2)Es handelt sich bei diesem Tattoo nicht nur um ein Motiv, denn es zeigt unter anderem den Lederhof, den Dom, das Heger Tor und auch die Bremer Brücke. Insgesamt hat er für dieses Tattoo etwa 24 Stunden gebraucht. Diese wurden in acht Sitzungen aufgeteilt, die jeweils drei Stunden gedauert haben.

Damit auch das VfL-Stadion als Wahrzeichen von Osnabrück unter die Haut gestochen werden konnte, ist der Tätowierer mit seinem Kunden dorthin gefahren und hat Bilder gemacht. Eigentlich sucht er passende Motive im Internet. Aber ausgerechnet für das Stadion fand er keines, dass zu den anderen Gebäuden gepasst hätte. Schließlich sollen die Motive auch von der Ansicht her zueinanderpassen. Daran ist zu erkennen, dass der Tätowierer genau darauf achtet, wie seine Motive aussehen und das erfordert manchmal eben ungewöhnliche Maßnahmen.

Prior hat das Stechen der Gebäude als „easy“ bezeichnet. Die Fenster, Steine, Schatten und Bäume, die dazu gehören, waren hingegen wesentlich schwieriger.

Der Kunde, der seinen Namen nicht öffentlich machen wollte, hat als erstes Tattoo das Rathaus gewählt. Danach erst hat er sich dazu entschlossen, dass es nicht alles gewesen sein soll und sein Rücken noch mehr Wahrzeichen von Osnabrück zieren soll. Wie teuer das Tattoo gewesen ist, darüber schweigt nicht nur der Kunde, sondern auch sein Tätowierer. Es ist eine Sache, über die nicht gesprochen wird.

Es ist für Prior nichts Ungewöhnliches, dass Kunden sich ein Tattoo wünsche, bei dem es einen Bezug auf Osnabrück hat. Sowohl das Emblem des VfL als auch das Osnabrücker Rad sind sehr gefragte Motive. Nur hat er selbst noch nie mehrere solcher Gebäude gestochen.

Prior wurde in Berlin geboren. Sein Vater, Engländer, kam als Soldat nach Deutschland. Auch er ging im Alter von 16 Jahren zur Armee. Stationiert war er in Irland, Bosnien und dann in Osnabrück. Verlassen hatte er die Armee, als sein Frau schwanger wurde. Er wollte seinem Kind nicht das gleiche antun, was er als Kind erlebte, wenn der Vater nicht da ist.

Schon in der Armee hat er mit dem Tätowieren Erfahrungen gemacht. Seine Kameraden hat er dort in nicht mehr nüchternen Zustand tätowiert. Eigentlich eine Art, wie es niemals gemacht werden sollte. Nach der Armee war er Angestellter im Sicherheitsdienst und LKW-Fahrer. Eines Sommers malte er seiner Frau und seinem Kind mit einem Stift auf die Arme. Seine Frau war es, die ihn dazu gebracht hat, das Tätowieren professionell zu versuchen.

Sein erstes Tattoo stach er sich selbst auf den Oberschenkel. Nachdem auch sein Nachbar von ihm ein Tattoo stechen ließ, wurde er immer öfter angesprochen. Er wurden so immer mehr Kunden. Die eigene Wohnung war zunächst das Studio, in dem er seine Kunden empfing. Nun ist es fünf Jahre her, dass er sein Studio in Osnabrück eröffnet hat. Am 01. Oktober ist das Jubiläum, das natürlich groß gefeiert wird.

Bildquelle: © dieter Schuetz / Pixelio.de

Erst Gold, dann Tattoo

Mittwoch, 21. September 2016

632709_web_R_K_B_by_Lupo_pixelio.de (2)Die Rede ist von Vanessa Low, die im Weitsprung die Goldmedaille gewonnen hat. Sie wurde gleich zu Anfang der Liebling bei den brasilianischen Fans. Da haben die Problemchen, die vorangegangen waren, auch nichts dran ändern können.

Die Nationalhymne, man kennt sie eigentlich, aber Low hatte den Text kurzerhand einfach vergessen. Zudem hat sie sich darüber geärgert, dass sie den Fabel-Rekord nicht geschafft hat. Auch ist sie sich noch nicht im Klaren, wo ihr Tattoo nun hin soll. All das waren Kleinigkeiten, die in völlige Vergessenheit geraten waren, denn mit Gold war ihr Abend einfach nur perfekt.

Für die 26-jährige war an dem Abend im Olympiastadion in Rio alles perfekt. Nicht nur, dass sie die Paralympics-Goldmedaille gewann, nein auch konnte sie zum zweiten Mal Weltrekord springen. Und die Fans machten sie zum absoluten Liebling. Da kann man sich im Grunde gar nicht mehr wünschen.

Der Weltrekord von 4,79 m, den sie selbst aufstellte, konnte sie mit 4,88 m im zweiten Versuch nochmal verbessern. Zu ihrer eigenen Überraschung schaffte sie dann in ihrem dritten Sprung sogar einen neuen Weltrekord mit 4,93 m. Die Leverkusenerin sagt dazu nur „Gold und Weltrekord – mehr kann man sich eigentlich nicht wünschen“. Sie sagt „eigentlich“ denn sie hätte gerne die fünf Meter geknackt.

Auf dem Siegerpodest stehend sang sie natürlich voller Inbrunst die Nationalhymne mit. Allerdings vergaß sie den Text und als sie das bemerkt, hörte sie einfach auf zu singen. Wahrscheinlich kann ihr das jeder bei der ganzen Aufregung und dem Erfolg sogar verzeihen. Schließlich ist solch ein Erfolg nicht der Standard, schon gar nicht bei den Paralympics.

Jetzt stellt sich für Low eigentlich nur eine Frage, nämlich nach der Stelle, auf die das Autogramm des Trainers tätowiert werden soll. Sie hat es versprochen und will sich auch daran halten. Schließlich wäre es ohne ihren Trainer nicht möglich gewesen, diesen Erfolg zu erzielen. Es wird ein Autogramm des Trainers, Roderick Green, dass bald ihren Körper zieren wird.

Schon 2012 wollte Low eigentlich aufhören, nachdem sie in London nur den sechsten Platz bei den Paralympics erzielen konnte. Aber es gab einen Menschen, der sie dazu überredete weiter zu machen. Es war der Ehemann von Kollegin Katrin Green. Er bat ihr an, in die USA zu reisen und hier mit ihm zusammen zu trainieren. Er sagte damals zu ihr, dass er sie zu Gold trainieren könne. Und so war es dann auch, wie sich in diesem Jahr gezeigt hat. Low sagte: „Weil wir das geschafft haben, und weil er mich auch als Person extrem weiterentwickelt hat, hat er dieses absolut verdient“.

Der Einsatz hat sich gelohnt und wir werden gespannt sein, wo das Tattoo zu sehen sein wird. Es spricht für sich und ist ein Zeichen absoluter Dankbarkeit, dass der Glaube von Green an Vanessa Low nicht verlorengegangen ist.

Bildquelle: © lupo / Pixelio.de

Zeigt her eure Füße – das Tattoo auf dem Fußrücken

Mittwoch, 14. September 2016

543247_web_R_K_B_by_Tanja Ritter_pixelio.de (2)So sieht es aus, wenn man sich ein Tattoo auf den Fußrücken stechen lassen möchte. Sicher sieht solch ein Tattoo toll, ganz gleich, ob eine Blüte, ein Stern oder ein anderes Motiv. Aber der Fußrücken hat eine ganz spezielle Anatomie. Das ist auch der Grund, dass der Schmerz schon extrem ist.

Am ganzen Körper ist es der Fuß, der die empfindlichste Stelle ist. Hier laufen nämlich zahlreiche Nervenenden zusammen. Diese werden beim Stechen eines Tattoos besonders gereizt und lösen dann das unangenehme und schmerzende Gefühl aus. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Reflexpunkt beim Tätowieren gereizt werden. Das führt automatisch dazu, dass ein Zucken hervorgeht. Das wiederum erschwert und behindert die Arbeit des Tätowierers. Ein weiterer schmerzauslösender Punkt ist, dass die zwischen der Haut und dem Knochen liegende Fettschicht am Fuß relativ dünn ist. Der Schmerz ist aus diesem Grund intensiver als beispielsweise eine Tätowierung an den Beinen oder Armen. Es fehlt die Polsterung.

Wer sich ein Tattoo auf den Fußrücken stechen lassen möchte, der sollte sich an einen sehr erfahrenen Tätowierer wenden, denn es kann hier zu stärkeren Blutungen kommen. Ästhetisch gesehen können diese Blutungen auch Probleme bringen, denn das Tattoo kann schneller verblassen, als eines an anderen Körperstellen. Das kann dadurch passieren, dass mit dem Blut zusammen zu viel Farbe wieder herausgespült wird. Dunkle Farben sind für Tattoo-Motiv auf dem Fußrücken zudem besser als helle Farben. Sie verblassen weniger schnell.

Beachten muss man bei einer Tätowierung am Fuß, dass dieser nach der Sitzung beim Tätowierer geschwollen ist und sehr empfindlich. Wer arbeiten muss, er sollte sich am besten freinehmen und so wenig, wie nur möglich Schuhe anziehen. Jedes Laufen und Tragen von Schuhen kann den Schmerz verstärken. Dadurch wird dann auch der Heilungsprozess deutlich verlangsamt. Am Schnellsten kann ein Tattoo heilen, wenn man die Haut sauberhält und barfuß läuft. Die beste Zeit für ein Fußrücken-Tattoo ist als wohl der Sommer.

Generell gibt bei Tattoos, dass der Schmerz immer abhängig davon ist, wie schmerzempfindlich man selber ist. Die Nadel kann besonders dort Schmerz auslösen, wo wenig Fettgewebe am Körper ist. Auch an den Muskeln und Sehnen schmerzt die Nadel mehr, da hier Nerven liegen. Am besten ist es, während des Tätowierens besonders entspannt zu sein, denn angespannte Gliedmaßen verstärken den Schmerz zusätzlich. Ein Schmerz kann weg geatmet werden, deswegen ist das tiefe Durchatmen während einer Sitzung beim Tätowierer sehr empfehlenswert. Eine bewusste Atmung löst Verspannungen. Ratsam ist es auch, sich die Nadel während des Stechens nicht anzustarren, sondern sich etwas anders ansehen. Dadurch kann der Schmerz ebenfalls gelindert werden.

Bildquelle: © tanjaritter / Pixelio.de

Tattoos – Sie sind etwas für die Ewigkeit

Mittwoch, 31. August 2016

56777_web_R_K_by_Paul-Georg Meister_pixelio.de (2)Es ist Sommerzeit und das bedeutet auch es ist Tattoo-Zeit. Es wird sich freizügiger angezogen und da blitzen schon so manche Tätowierungen hervor. Störend wird sich daran heute keiner mehr. Schwalben, Tribals, Mandalas, Sterne und zahlreiche andere Motive sind in der Badesaison besonders häufig zu sehen. Schocken lässt sich davon heute aber niemand mehr und auch die damalige Bedenklichkeit aus medizinischer Sicht gesehen ist heute auch kein Thema mehr. Totenköpfe, chinesische Zeichen, verschnörkelte Motive oder auch Monster sind auch nicht besonderes mehr, sondern alltäglich geworden.

Sicherlich kommt es Tätowierern entgegen, das die Tattoo-Kunst eine solche Akzeptanz gefunden hat, denn so ist auch ihr Beruf zu einem angesehenen Beruf geworden. Jene, die in früheren Zeiten rebellisch auf die Tattoos reagiert haben, gehören heute zu jenen, die es dann doch irgendwann einmal in ein Tattoo-Studio zieht. Der Grund dafür ist der, dass hier auch Skalpell und Nadel zu den Arbeitsgeräten gehören.

Soll die Körperkunst nämlich etwas Besonderes sein, so muss man drastische Maßnahme anwenden. Eine gespaltene Zunge, Silikonimplantate im Ohr, Teflonimplantate im Dekolleté. Wer der Meinung ist, dass die sogenannten Elfen und Orks einem „Herr der Ringe“ Filmset entflohen sind, die irren sich, denn es ist ein absolut neuer Trend.

Es ist zwar noch keine Masse, die sich der Body-Modification angeschlossen hat, aber es wird immer mehr. Manch einer Sucht nach einer Grenzerfahrung, ein anderer macht es für die Schönheit. Der Mut fehlt den Menschen noch dazu, was die Tattoos als Massenphänomen bisher also nicht ablösen konnte.

Es gibt natürlich immer wieder Symbole, die Trend sind, aber wer sich solch eines stechen lassen möchte, der sollte sich überlegen, ob es wirklich eines für die Ewigkeit sein soll. So war es nämlich unter anderem mit dem Infinity-Zeichen. Ein Symbol aussehend wie eine Acht, das für die Unendlichkeit steht. Viel interessanter für Motive hingegen sind die Techniken, die hier angewendet werden können. Verblassen Tattoos, die mit realistischen Farbnuancen gestochen werden, damit sie einer Fotografie ähneln, wird der Tätowierte doch mehr von einem Schwarz und Weiß gehaltenen Tattoo haben. Zudem haben sie schon eine lange Tradition und sie sind zeitlos.

Wer doch lieber Motive wählt, die zu den Dauerbrennern gehören, der sollte es sich gut überlegen, denn den jugendlichen Übermut kann man später bereuen. Hat man sich doch für ein solches Tattoo entschieden und möchte und ist nun in der Phase des bereuen, dann besteht die Möglichkeit für ein sogenanntes Cover-up-Tattoo.

Es ist der neue Trend, seine heute unerwünschten Tattoos in ein völlig neues Motiv zu verwandeln. Sicherlich sind sie wesentlich teurer als ein Tattoo der gewöhnlichen Art und sie sind oft auch wesentlich größer, weil eben ein völlig neues Bild entstehen muss, aber man kann sich die Kosten für das Weglasern sparen und sich über ein neues Tattoo freuen.

Und es scheint die Kunden der Tattoo-Studios auch nicht zu verscheuchen. Die Nachfrage nach Cover-up ist immer größer, denn das Tattoo das einst für die Ewigkeit gedacht war, ist heute nur eine Sünde der Jugend.

Bildquelle: © paul-georgmeister / Pixelio.de

„Tattoo Zoo“-Messe im September

Mittwoch, 17. August 2016

362650_web_R_K_B_by_Emanuele Fanizza_pixelio.de (2)Eine Umfrage von Erwachsenen in Deutschland hat ergeben, dass 15 Prozent von ihnen tätowiert sind. Kein Wunder, denn Tattoos sind In. Erstaunlich ist eigentlich, dass viele glauben, die Männer wären es, die sich häufiger tätowieren lassen, aber dass ist nicht richtig. Rund 18 Prozent der befragten Frauen und 13 Prozent der befragten Männer sind tätowiert. Und die geschlechterübergreifende Tendenz ist steigend. Den Trend zu Tattoos haben sich zwei Veranstalte aus Bochum zunutze gemacht. Sie ziehen zum ersten Mal seit 2010 wieder eine Tattoo-Messe in Bochum auf.

In der Stadtpark-Gastronomie wird die Messe „Tattoo Zoo Bochum“ am 3. und 4. September ihre Pforten öffnen. Einer der Veranstalter meint, dass es ein idealer Platz für die Veranstaltung, weil es sich um einen zentral gelegenen Ort handelt, der zugleich auch ausreichend Platz bietet. Errol Faßbender und Tito Shinobi sind die beiden, die sich als Veranstalter für die Messe. Faßbender ist Opelaner und hat sich mit einer Event-Agentur vor zwei Jahren Selbstständig gemacht.

Bei der Messe wird auf ein aufwendiges Rahmenprogramm verzichtet, denn sie steht im Motto „zurück zu den Wurzeln“. Das bedeutet, dass den Tätowierern jede Aufmerksamkeit gewidmet sein soll. Es soll ihre Arbeit in den Mittelpunkt gestellt werden. Shinobi sieht es als „old school“. Es soll die filigrane Kunst der Tätowierer, die sich durchaus als Künstler bezeichnen können, gezeigt werden. Und wie auf jeder Tattoo-Messe werden sie natürlich auch hier ihre Kunst live vor Ort zeigen.

Cat Galu, das Tattoo-Model weiß, dass es „für die Besucher hervorragend ist“, wie sie sagt, denn an solchen „Tagen kann man sich von bekannten Größen, wie etwa Tattoo Tomek tätowieren lassen“, wie sie der Presse mitteilte. Wer sonst einen Termin bei ihm haben möchte, der muss schon mal acht oder mehr Monate darauf warten.

Auf der Messe werden etwa 40 Tätowierer und auch Piercer anwesend sein. Zudem werden auch Pokale in unterschiedlichen Kategorien geben. Auch Anbieter von Accessoires und Textilien werden vor Ort sein. Sowohl Cat Galu als auch andere Models stehen an diesem beiden Tagen für Gespräche und Fotos zur Verfügung.

Und die Veranstalter sind guter Dinge. Wenn die Premiere erfolgreich ist, dann haben sie vor, die den Tattoo-Zoo fest in die Stadtpark-Gastronomie zu etablieren. So könnten sich die Bochumer und alle Besucher immer wieder auf die Messe freuen und sich vielleicht auch ganz spontan einmal ein Tattoo stechen lassen.

Tickets kann man online bestellen. Der Tattoo-Zoo wird an beiden Tagen von 12 bis 22 Uhr geöffnet sein. Ein Tagesticket kann man für 12 Euro kaufen. Wer an beiden Tagen die Messe besuchen möchte, der wird mit 18 Euro eine Zwei-Tages-Karte kaufen können.

Messen, die Tattoos und Piercings betreffen sind immer gut besucht. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass auch in Bochum die Messe zu einem vollen Erfolg sein wird, auch wenn es kein großes Programm geben wird, sondern sich alles auf die Künstler mit der Nadel konzentriert.

Bildquelle: © emanuelefanizza / Pixelio.de

Die Olympischen Spiele – mit vielen Tattoos

Mittwoch, 03. August 2016

274316_web_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de (2)Ein gutes Beispiel ist James Davis. Eine Nacht in Las Vegas mit Kumpels. Ein feucht-fröhlicher Abend mit dem Ausgang, dass der Rugbyspieler mit einem Tattoo am nächsten Morgen wach wird. Es ging zunächst um eine Wette, dass er sich den Spitznamen „Cubby Boi“ niemals auf seine Finger tätowieren lassen würde. Nachdem ihn wohl seine Kumpels aufgezogen hatten damit, ging er noch am gleichen Abend in das Tattoostudio. Nun zieren seine Fingerknöchel tatsächlich den Spitznamen. Heute hat er sich daran, aber damals, nach dem aufwachen, da war es wie er selbst sagte, ein Schock.

Eine wohl für den Leser eher lustige Geschichte, die ein wenig an den Film „Hangover“ erinnert. Aber das ist nur eine Story von vielen, die es bei den Olympischen Spielen gab.

Die Worte „insanity, truth, life, family, lie, freedom, tolerance, happiness, athletics, pride, friendship und loneliness“ trägt Christoph Harting, der Diskus-Olympiasieger auf seiner Brust. Es handelt sich um eine Botschaft und er selbst erklärt es: „Das Leben basiert auf Kontrasten. Das Tattoo ist der Spiegel der Seele. Der Witz ist: Meine ich das wirklich so? Das Schöne an Tattoos ist, dass nur der Träger weiß, was gemeint ist.“ Demnach kann aber muss nicht seine Erklärung zu seiner Tätowierung glauben.

Die Ringe von Olympia sind sehr häufig bei den Teilnehmern zu sehen. Mindestens 100 Athleten von Rio sind bereits mit einem Ringe-Tattoo geziert. Und nachdem Ende haben sich noch viele mehr dazu entschlossen, sie sich stechen zu lassen. Die Gründe hierfür sind sehr unterschiedlich. Für den einen war es ein Geburtstagsgeschenk, für den anderen eine Verdeutlichung und manch einer sieht sie als Motivation und Zeichen dafür, sich mit den Weltbesten messen zu können. Auch gab es solche Sportler, die damit ein Versprechen eingelöst haben und als Dank gab es das Ringe-Tattoo ebenfalls. Nämlich von den Eltern der australischen Rugby-Frauen. Hier wurde versprochen: Wenn sie Gold holen, lassen sich die Mütter ein Zeichen von Rio stechen und das werden wohl die Ringe sein.

Aber es sind nicht nur schöne Erinnerung, die mit den Tattoos der Athleten und Sportler gezeigt werden. Manche Tätowierungen sind auch aus traurigen Anlässen gestochen worden. So trägt Marta Pen Freitas, portugiesische Leichtathletin, die Unterschrift von ihrem Vater am Handgelenk. Dieser verstarb während der Qualifikation für Rio. Auf dem Oberarm von Frederic Winters sieht man das Bild seiner Großmutter. Wegen des Qualifikationswettbewerbes konnte er nicht auf ihrer Beerdigung sein und ließ sich ihr zu Ehren das Portrait stechen.

Es gibt noch viele Geschichten zu den Tattoos der Teilnehmer in Rio. Wurden sie doch lange versteckt, ist es heute nichts Außergewöhnliches mehr, dass Sportler mit Tätowierungen versehen werden. Außergewöhnlich sind lediglich einige der Tattoos, die für den Träger aber wiederum eine besondere, vielleicht auch emotionale Bedeutung haben.

Bildquelle: © rainersturm / Pixelio.de