„Tattoo Zoo“ Messe im September

27. Juli 2016

362650_web_R_K_B_by_Emanuele Fanizza_pixelio.de (2)Eine Umfrage von Erwachsenen in Deutschland hat ergeben, dass 15 Prozent von ihnen tätowiert sind. Kein Wunder, denn Tattoos sind in. Erstaunlich ist eigentlich, dass viele glauben, die Männer wären es, die sich häufiger tätowieren lassen, aber das ist nicht richtig. Rund 18 Prozent der befragten Frauen und 13 Prozent der befragten Männer sind tätowiert. Und die geschlechterübergreifende Tendenz ist steigend. Den Trend zu Tattoos haben sich zwei Veranstalter aus Bochum zu Nutze gemacht. Sie ziehen zum ersten Mal seit 2010 wieder eine Tattoo-Messe in Bochum auf.

In der Stadtpark-Gastronomie wird die Messe „Tattoo Zoo Bochum“ am 3. und 4. September ihre Pforten öffnen. Einer der Veranstalter meint, dass es ein idealer Platz für die Veranstaltung, weil es sich um einen zentral gelegenen Ort handelt, der zugleich auch ausreichend Platz bietet. Errol Faßbender und Tito Shinobi sind die beiden, die sich als Veranstalter für die Messe. Faßbender ist Opelaner und hat sich mit einer Event-Agentur vor zwei Jahren selbstständig gemacht.

Bei der Messe wird auf ein aufwendiges Rahmenprogramm verzichtet, denn sie steht im Motto „zurück zu den Wurzeln“. Das bedeutet, dass den Tätowierern jede Aufmerksamkeit gewidmet sein soll. Es soll ihre Arbeit in den Mittelpunkt gestellt werden. Shinobi sieht es als „old school“. Es soll die filigrane Kunst der Tätowierer, die sich durchaus als Künstler bezeichnen können, gezeigt werden. Und wie auf jeder Tattoo-Messe werden sie natürlich auch hier ihre Kunst live vor Ort zeigen.

Cat Galu, das Tattoo-Model weiß, dass es „für die Besucher hervorragend ist“, wie sie sagt, denn an solchen „Tagen kann man sich von bekannten Größen, wie etwa Tattoo Tomek tätowieren lassen“, wie sie der Presse mitteilte. Wer sonst einen Termin bei ihm haben möchte, der muss schon mal acht oder mehr Monate darauf warten.

Auf der Messe werden etwa 40 Tätowierer und auch Piercer anwesend sein. Zudem wird es auch Pokale in unterschiedlichen Kategorien geben. Auch Anbieter von Accessoires und Textilien werden vor Ort sein. Sowohl Cat Galu als auch andere Models stehen an diesen beiden Tagen für Gespräche und Fotos zur Verfügung.

Und die Veranstalter sind guter Dinge. Wenn die Premiere erfolgreich ist, dann haben sie vor, die den Tattoo-Zoo fest in die Stadtpark-Gastronomie zu etablieren. So könnten sich die Bochumer und alle Besucher immer wieder auf die Messe freuen und sich vielleicht auch ganz spontan einmal ein Tattoo stechen lassen.

Tickets kann man online bestellen. Der Tattoo-Zoo wird an beiden Tagen von 12 bis 22 Uhr geöffnet sein. Ein Tagesticket kann man für 12 Euro kaufen. Wer an beiden Tagen die Messe besuchen möchte, der wird mit 18 Euro eine Zwei-Tages-Karte kaufen können.

Messen, die Tattoos und Piercings betreffen sind immer gut besucht. Aus diesem Grund kann man davon ausgehen, dass auch in Bochum die Messe zu einem vollen Erfolg sein wird, auch wenn es kein großes Programm geben wird, sondern sich alles auf die Künstler mit der Nadel konzentriert.

Bildquelle: © emanuelefanizza / Pixelio.de

Der Aufkleber für die Maut muss geklebt sein

13. Juli 2016

736276_web_R_K_B_by_Bärbel Gast_pixelio.de (2)In Österreich beispielsweise besteht die Pflicht für die Maut-Vignette. Viele Autofahrer sträuben sich, diesen an die Frontscheibe zu kleben, weil er gar nicht so leicht wieder abgezogen werden kann. Aber das Aufkleben ist Pflicht, ansonsten wird es teuer. Fahrzeuge mit einer Last bis 3,5 t zahlen 120 € Strafe, wenn die Vignette nicht oder falsch aufgeklebt ist. Fahrzeuge mit einer Last von über 3,5 t zahlen mit 240 € sogar das doppelte.

Die Maut-Kontrolleure sind hier auch wirklich rigoros und haben weder mit Familien erbarmen noch mit solchen, die zwar eine Vignette haben, diese aber nicht korrekt angebracht ist. Jeder wird zur Kasse geben und das kann in die Urlaubskasse schnell ein Loch bringen, vor allem, wenn nur ein gewisses Budget eingeplant ist.

Das richtige Anbringen des Mautaufklebers wird zum einen auf der Vignette selbst erklärt. Zum anderen kann man sich auch an den Mautstellen informieren. Auch der ADAC ist Ansprechpartner, wenn es um das richtige Anbringen des unerwünschten Stickers geht.

Der Grund, warum die Maut-Vignette richtig angeklebt werden muss, ist eigentlich schlüssig. Auf den Autobahnen befinden sich Mautüberwachungssysteme. Diese können eine falsch geklebte Vignette nicht richtig erfassen, was dem Fahrer dann teuer zu stehen kommen kann.

Die Vignette muss links oben an der Innenseite der Frontscheibe aufgeklebt sein. Auch ist es erlaubt, sie hinter dem Innenspiegel anzubringen. Wichtig ist es darauf zu achten, ob man getönte Scheiben hat. In diesem Fall ist es erlaubt, den Aufkleber etwa weiter unten, also unter der Tönung, anzubringen. Allerdings, so rät der ADAC, darf das Pickerl nicht im Sichtfenster des Fahrers angebracht werden. Schließlich würde so die Gefahr eines Unfalls deutlich erhöht.

Für LKW ab 7,5 t zulässigen Gesamtgewicht besteht eine generelle Mautpflicht auf sämtlichen Bundesautobahnen. Dazu gehören auch die Rastanlagen. Sie beginnt mit dem Befahren auf eine Autobahn. Sollten Bundesstraßen die vom Gesetzgeber festgelegten Kriterien erfüllen, dann gilt auch hier für LKW die Mautpflicht.

Es scheint so, dass auch in Deutschland bald die PKW-Maut erhoben wird. Noch streitet sich die Politik, aber es soll feststehen, dass sie eingeführt wird. Zur Zeit sieht es aber so aus, dass die Diskussion darüber vor dem Europäischen Gerichtshof landen wird. Als Inländer denkt man sich nun auch, was das Ganze eigentlich soll und ob der Staat nicht schon genug Gelder von deutschen Autofahrern kassiert. Aber hier wurde natürlich drüber nachgedacht. Damit also die inländischen Autofahrer bei der Maut in Deutschland nicht noch mehr zusätzliche Kosten haben, soll bei der Kfz-Steuer eine Entlastung vorgenommen werden. Diese Entlastung soll Cent-genau der Mautgebühr entsprechen. Kritiker sind der Meinung, dass sie für Inländer auch gänzlich gestrichen werden könne, weil sie keinen Umsatz in die Kassen bringt.

Zwar sollte die Maut bereits 2016 in Deutschland zum Einsatz kommen, aber es ist, wegen der zahlreichen Streitigkeiten innerhalb der Politik, immer wahrscheinlicher, dass der Start erst im Jahr 2017 liegt.

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Die Rose als Tattoo – was deutet sie eigentlich

06. Juli 2016

40341_web_R_K_B_by_Verena N._pixelio.de (2)Früher galt die Rose als ein Motiv für ein Leben voller Schmerzen und Dornen. Ein Leben, das nicht einfach war und auch nicht leicht. Heute wird die Blume als Zeichen und Symbol der Liebe angesehen. Als Vorlage für ein Tattoo ist die Rose ein sehr traditionelles Motiv.

Man unterscheidet aber die Bedeutung auch nach den Farben. So steht die rote Rose weiterhin für die Liebe und Leidenschaft. Während die rosafarbene die Jugend und Schönheit symbolisieren soll. Eine in orange gehaltene Rose steht für Glück und Hoffnung. Ganz im Gegenzug dazu steht die Rose in Gelb für Untreue, Neid, Eifersucht und ganz besonders für abschwächende Gefühle. Manch einer sieht die gelbe Rose aber auch ein Zeichen der Verehrung an. Die weiße Blüte hat unterschiedliche Bedeutungen. Sie steht sowohl für Treue und Unschuld sowie Reinheit und Leidenschaft. Auch symbolisiert sie Bejahung und überschwängliche Liebe.

Ein Tattoo aus Rosen mit Dornen zeigt meistens die Schattenseiten eines Lebens. Häufig handelt es sich dabei um Seiten, die sprichwörtlich mit Blut bezahlt worden sind. De Dornen stehen als Grund für das vergießen des Blutes.

Dem Anblick der Rose kann sich wohl kaum einer entziehen. Mit so viel Bedeutung und Zeitlosigkeit ist es im Grunde ein perfektes Motiv für ein Tattoo. Viele, die sich ihr erstes Tattoo stechen lassen, entscheiden sich für ein Rosenmotiv. Liebe, Erotik, Sinnlichkeit, Zuneigung, alles Eigenschaften, die man mit dem Symbol signalisieren kann.

Die Größe des Tattoos unterscheidet sich sehr. In den häufigsten Fällen wird das Motiv recht klein gestochen. Größer als die Handfläche ist es meistens nicht. Plazieren kann man sie auf nahezu jeder Stelle des Körpers und es spielt häufig auch keine Rolle, ob sie im traditionellen Stil oder in Realistik dargestellt wird. Die Rose kommt ganz gleich in welchen Stil, immer gut zur Geltung. Der Grund dafür ist, dass das Motiv in Farbe gestochen wird. Das Blutrote hat schon etwas von einer Signalwirkung, wodurch die Rose als Hingucker gilt.

Viele Tätowierer fügen Elemente zur eigentlichen Rose dazu. Dadurch bekommt das Motiv viel mehr Aussagekraft. Oftmals handelt es sich um eine Banderole, auf welcher der Name des Liebsten verewigt wird oder einen Schmetterling sitzend auf einem Rosenblatt. Der Schmetterling gilt in diesem Fall als Zeichen der Wiedergeburt und des Lebens.

Als in Europa das Tätowieren angefangen hat, gehörte die Rose zu den Tattoos der Seefahrer. Häufig wurden sie in den unterschiedlichsten Variationen und in verschiedensten Kombinationen mit anderen Symbolen gestochen.

Eine Rose muss natürlich nicht immer eine Bedeutung für jemanden haben, der sich diese tätowieren lassen möchte. Sie kann auch einfach als schönes Symbol angesehen werden. Immer häufiger kann man sehen, dass es sich nicht mehr nur um die Blüte handelt, sondern ganze Rosenranken tätowiert werden. Wichtig für einen selbst sollte es immer sein, das man sich mit seiner Wahl des Tattoos absolut sicher ist und es hinterher nicht bereut.

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Bei den Engländern gehören Tattoos untrennbar zur Fankultur dazu

29. Juni 2016

121367_web_R_K_B_by_S.  Hofschlaeger_pixelio.de (2)Die derzeit stattfindende Fußball-EM in Frankreich ist ebenfalls ein Schaulaufen der Fans. Viele von ihnen haben eine neue Art der Zugehörigkeitssymbolik gefunden. Mit Tattoos drücken sie ihre Liebe aus. Ein richtiger Fan lässt bereits beim Anblick seiner Tätowierungen keinen Zweifel aufkommen, für welche Mannschaft beziehungsweise welches Land sein Herz schlägt. Vor allem die Engländer tragen ihre Verbundenheit zu ihrer Heimat und den dort ansässigen Fußballvereinen ganz offen zur Schau.

Wo das vor einigen Jahren überaus beliebte Arschgeweih normalerweise seinen Platz hat, ließ sich beispielsweise ein englischer Fan den Namen seines Landes tätowieren. Ob dies erst anlässlich der aktuellen Europameisterschaft geschah, konnte nicht ermittelt werden. Genutzt hat es leider sowieso nichts, denn die Engländer mussten im Achtelfinale gegen stark aufspielende Isländer ihren Hut nehmen. An der Unterstützung der Fans kann es jedoch nicht gelegen haben. Aber sicher wird es noch andere Gelegenheiten geben, um die Nationalelf Englands mit dem Tattoo zu unterstützen.

Ein anderer Fan wünschte sich wohl, dass seine Mannschaft an die legendären Erfolge der englischen Ritter im Mittelalter anknüpfen kann und mit einem ebensolchen Siegeswillen wie diese in die Schlacht zieht. Er entblößte seinen Oberkörper und zeigte auf seinem Rücken einen Ritter auf einem steigenden Streitross. In der Hand trug jener unübersehbar einen Schild mit dem englischen St.-Georgs-Kreuz. Das rote Kreuz auf weißem Grund wird seit dem 13. Jahrhundert verwendet und ziert ebenfalls die Flagge des Landes.

Selbst die Queen ist bei der Fußball-EM anwesend, wenngleich auch nur in Form von Tattoos. Die Engländer vergöttern ihr Staatsoberhaupt. Da wundert es nicht, dass die sonst so konservative Königin zum Tattoomotiv wird. Bei den Tattoos kann man den englischen Fans jedenfalls nichts vormachen. Sie sind in dieser Beziehung up to date und wahre Trendsetter. Es gibt wohl kaum einen fußballbegeisterten Engländer, der nicht tätowiert ist.

Allein sind die Insulaner allerdings nicht mit ihrer Liebe zu den Tattoos. Ihre direkten Nachbarn – nämlich die Nordiren und die Waliser – lassen sich gleichfalls jede Menge einfallen, um mit ihren Motiven aus der Menge herauszustechen. Bei den meisten Fans ist eindeutig erkennbar, welcher Nation sie sich verbunden fühlen. Symbole, Zitate, Porträts und Schriftzüge lassen keine Zweifel offen.

Zum Nachdenken regen allerdings Tätowierungen wie der Schriftzug „Hooligan“ an, den ein ebenfalls englischer Fan auf seinen Bauch stechen ließ. Das lässt vermuten, dass sich die Laune des Herrn nach dem Spielergebnis seiner Mannschaft richtet. Da es aber bislang keinerlei Berichte über Ausschreitungen nach dem Spiel England gegen Island gibt, kann hoffentlich davon ausgegangen, dass sich der Betreffende nicht bis zur letzten Konsequenz dieser Personengruppe zugehörig fühlt.

Mit dem Ausscheiden der Engländer werden wir zwar nicht mehr deren Tattoos zu sehen bekommen, aber die Fans anderer Mannschaften frönen auch dem Tattoo-Fankult und nicht zuletzt sind zahlreiche der noch auf dem Platz anzutreffenden Spieler tätowiert. Es wird also weiterhin mehr als genug zu gucken geben, wenn das Geschehen auf dem Spielfeld zu langweilig zu werden droht. Wenn es am Samstag, den 2. Juli, Deutschland gegen Italien heißt, werden ebenfalls schöne Tattoos auf und neben dem Fußballplatz zu sehen sein. Hier seien Jerome Boateng, Daniele De Rossi und Lorenzo Insigne stellvertretend genannt. Sie alle haben bei dieser EM bereits einen Blick auf ihre Tattoos gestattet.

Bildquelle: © S. Hofschlaeger / Pixelio.de

Eine besondere Art der Erinnerung: Tattoos für Sternenkinder

15. Juni 2016

Einen geliebten Menschen zu verlieren, ist immer ein schwerer Schicksalsschlag. Noch schlimmer ist es, ein Kind zu Grabe tragen zu müssen. Manche von ihnen werden nicht einmal lebend geboren oder haben nur einen kurzen Augenblick gemeinsam mit ihren Eltern, bevor ihr Leben schon wieder vorbei ist. Auch um solche Kinder wird getrauert. Jeder Mensch geht in einem solchen Falle anders mit seiner Trauer um, eine bleibende Erinnerung wünschen sich aber alle Betroffenen.

Verlorene Babys werden als Sternenkinder bezeichnet. Sie hatten oftmals nicht oder nur ganz kurz die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen. Wie Mütter von Sternenkindern mit ihrer Trauer umgehen, zeigen sie derzeit auf Pinterest, Instagram und Facebook. Eine von ihnen ist Joan Bremer. Sie verlor ihr Baby durch eine Fehlgeburt. Noch im Krankenhaus reifte in ihr der Entschluss, dass sie sich ein Tattoo in ewiger Erinnerung an ihr Sternenkind stechen lassen möchte. Sie entschied sich für ein Motiv mit zwei Herzen. Eins davon wird von einem Mutterleib umschlossen, das andere befindet sich außerhalb davon und hat offenbar seinen Weg nach oben in den Himmel angetreten.

677437_web_R_K_by_Angelika Koch-Schmid_pixelio.de (2)Für die 31-Jährige war der Verlust ihres Babys „eine sehr schmerzhafte Zeit“, wie sie in einem Interview mit einem englischen Online-Magazin erzählte. Trotzdem möchte sie sich für immer an ihr Sternenkind erinnern. Sollte sie irgendwann einmal ein gesundes Baby bekommen, wird sie dem Tattoo einen Regenbogen hinzufügen lassen. Regenbogenkinder werden die Kinder genannt, die auf ein Sternenkind folgen und gesund sind. Sollte die junge Frau noch einmal den Verlust eines Babys beklagen müssen, wird sie sich für ein weiteres Herz entscheiden.

Die Sternenkinder-Tattoos helfen mittlerweile vielen über ihre Trauer hinweg. Das zeigen die Bilder im Netz deutlich. Die Frauen, die dort ihre Tattoos zeigen, möchten nicht allein mit ihrem Verlust fertigwerden. Sie wollen offen über ihre verlorenen Kinder sprechen und trauern dürfen. Die Geschichten hinter den Tätowierungen beziehen sich häufig nicht nur auf ein einziges Erlebnis. Eine Mutter hat sich einen großen Vogel und fünf kleine Vögel tätowieren lassen, von denen einer neben dem von ihr als „Mama-Vogel“ bezeichneten Vogel auf einem Ast sitzt, während die vier anderen davonfliegen. Die Szene symbolisiert vier Fehlgeburten, die die Frau erlitten hat, bevor sie das Glück eines gesunden Babys erfahren durfte.

Häufig zu sehende Motive sind kleine Füße, beispielsweise mit einem Heiligenschein darüber, und Babys umhüllt von Engelsflügeln mit oder ohne Text. Eine Mutter ließ sich ein solches tätowieren und dazu schreiben „Never in my arms. Always in my heart.“ Eine bewegende Aussage, die ohne viel Worte eine enorme Aussagekraft besitzt.

Der Weg zurück in ein normales Leben nach der Fehlgeburt eines Babys ist schwer. Mit der Nachricht, dass ein kleiner Erdenbürger unterwegs ist, ändert sich für die Eltern alles. Umso schlimmer ist es, wenn es dann zu einer Fehlgeburt kommt oder das Baby während oder kurz nach der Geburt verstirbt. Ein Tattoo füllt sicher nicht den leeren Platz im Herzen von Mutter und Vater, dennoch ist es etwas, das bleibt. Es bewahrt die Erinnerung an das kleine Wesen, das nie richtig leben durfte, und die Eltern tragen es immer bei sich.

Bildquelle: © Angelika Koch-Schmid / Pixelio.de

Fußball-EM 2016: Tattoos gucken bei den Stars

08. Juni 2016

584311_web_R_K_by_Gisela Peter_pixelio.de (2)Fußballgroßereignisse sind nicht nur sportliche Highlights, sie geben oft auch einen Einblick in die Seele der Spieler. Die derzeit in Frankreich laufende Fußball-EM ist ohne Zweifel der Sportsevent des Jahres. Zugleich lassen die dabei getragenen kurzärmeligen Trikots und Shorts viel Raum zum Zeigen von Tattoos, die sich mittlerweile ebenfalls in der Sportszene etabliert haben. Viele der zu sehenden Tätowierungen erzählen eine Geschichte und geben damit Persönliches von ihrem Träger preis.

Die deutschen Spieler präsentieren sich zum Thema Tattoos etwas zurückhaltender. Sie tragen zwar die eine oder andere Tätowierung, von Kopf bis Fuß ist allerdings nur Jerome Boateng geschmückt. Unsere belgischen Nachbarn sind da wesentlich aufgeschlossener. Sie stellen bei der diesjährigen Europameisterschaft den Spieler mit dem wohl auffälligsten Körperschmuck. Bauch und Arme von Radja Nainggolan sind mit diversen Bildern verziert, auf dem Hals trägt er eine tätowierte Rose. Auch friseurtechnisch setzt er Akzente. Es gibt keinen anderen Spieler, der einen blonden Irokesen auf dem Kopf hat. Sollte es Nainggolan nicht gelingen, spielerisch auf sich aufmerksam zu machen, so wird zumindest sein Aussehen den Menschen im Gedächtnis bleiben. Ein Schicksal, das Teamkollege Axel Witsel mit ihm teilen könnte. Er ist ebenfalls bekennender Tattoofan, wenngleich er es nicht ganz so ausgefallen mag wie Nainggolan.

Durch nahezu alle Mannschaften zieht sich die Tattooliebe, wobei die Motive sehr unterschiedlich ausfallen. Der Ungar Tamas Kadar trägt beispielsweise auf seiner linken Wade einen weisen Spruch nebst eines Frauenmundes, über dessen Lippen verführerisch eine Zunge fährt. „Bodenständiger“ erweist sich der für die italienische Nationalmannschaft auflaufende Daniele De Rossi. Das Tattoo auf seiner rechten Wade beschäftigt sich mit seinem Lebensinhalt, dem Fußball. Es warnt seine Gegenspieler davor, ihn durch Umgrätschen zu foulen. Ein durchaus nachvollziehbarer Wunsch von einem Fußballprofis! Die Warnung ist nicht das einzige Tattoo auf Rossis Körper. Er hat sich außerdem an den Armen und dem Oberkörper bunte Bilder stechen lassen.

Aber nicht nur in den europäischen Ländern, wo das Klima so angenehm ist, dass man seine Tätowierungen offen zur Schau tragen kann, erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Wer einen Blick auf den Bauch von Mikael Lustig wirft, fühlt sich unweigerlich beobachtet. Der Schwede hat sich für ein Auge als Motiv entschieden. Die Arme vom Isländer Aron Gunnarsson sind gleichfalls über und über mit Tattoos versehen.

Offensichtlich bevorzugen Fußballer ihre Arme und Beine als Tattoofläche. Aufgrund ihrer „Arbeitskleidung“ verständlich. Diese Stellen liegen stets frei und ermöglichen somit einen ungehinderten Blick auf ihren Körperschmuck. Außerdem kann man hier toll die Muskeln spielen lassen, was die Wirkung der Tattoos noch einmal verstärkt. Kaum ein Fleck freie Haut ist zum Beispiel auf den Armen von Vladimir Weiss zu finden, der für die Slowakei spielt. Für den Österreicher Marko Arnautovic haben die Arme nicht ausgereicht. Er ist außerdem im Nacken und auf dem Rücken tätowiert.

Wenn der Spanier Sergio Ramos seinen Oberkörper unverhüllt zeigt, wird das Spielergebnis fast schon zur Nebensache. Sein Body ist bei der Vielzahl an Tattoos so etwas wie ein Bilderbuch. Richtig bunt wird es auch beim Slowaken Marek Hamsik und dem Schweden Zlatan Ibrahimovic. Es gibt also viel zu sehen bei der Fußball-EM. Und sollte das Ergebnis der Deutschen nicht wie gewünscht ausfallen, so gab es zumindest jede Menge Anregungen für ein tolles Tattoo.

Bildquelle: © Gisela Peter / Pixelio.de

Tattoos und mehr auf der 4. Tattoo – Messe in Fürth

30. Mai 2016

289160_web_R_K_B_by_RainerSturm_pixelio.de (2)Zur 4. Tattoo – Messe in Fürth zieht es wieder viele internationale Künstler in die Stadthalle. Umrahmt wird die ganze Veranstaltung von einem abwechslungsreichen Showprogramm inklusive Auftritten einiger Live Bands. Das Können der Tattookünstler wird aber ohne Frage am 11. und 12. Juni im Mittelpunkt stehen. Und auch Piercings werden eine Rolle spielen. Sie sind oftmals eng verbunden mit Tattoos. Wer tätowiert ist, ist meist ebenfalls gepierct oder eben umgedreht. Selbstverständlich besteht bei der Tattoo – Messe Fürth weiterhin die Möglichkeit, sich vor Ort ein Tattoo oder ein Piercing stechen zu lassen.

Der Einlass für Besucher mit Vorverkaufskarten beginnt an beiden Veranstaltungstagen bereits um 11.30 Uhr. Besucher, die ihre Tickets an der Tageskasse erwerben, müssen sich ein paar Minuten länger gedulden. Sie dürfen zur offiziellen Öffnungszeit ab 12 Uhr hinein. Zum ersten Programmpunkt am Samstag – der Vorstellung der Händler und Tätowierer um 12.30 Uhr – sollten alle den Eingang passiert haben und diesem bewohnen können.

Um 14 Uhr führt der Kristallmagier „Ruven Nagel“ seine „Show entgegen der Schwerkraft“ vor. Eine Stunde später stehen „Electric Circus“ live auf der Bühne. Ab 16 Uhr werden Interviews mit diversen Tätowierern rund ums Thema Tattoos geführt. Um 17 Uhr schwingt die „Maori Showtanz Gruppe“ das Tanzbein. Ab 18 Uhr gibt es wieder Musik. Diesmal mit „Loveslight“. Anschließend zeigen „AAAWAKS Tribes of Trinidad“ ihre Live Tanzshow.

Der Tattoo Contest um 20 Uhr ist eins der Highlights am Samstag. Nach der Prämierung der besten Tattoos treten noch einmal ab 21.30 Uhr „Electric Circus“ auf. Sie werden bis zum Schließen der Messe um 23 Uhr für musikalische Unterhaltung sorgen.

Der Sonntag beginnt wiederum um 12:30 Uhr mit der Vorstellung der Händler und Tätowierer. Nach den beiden Liveauftritten am Samstag werden hoffentlich „Electric Circus“ um 14 Uhr frisch und ausgeruht die Bühne rocken. Auch „Ruven Nagel“ ist nochmal zu sehen und wiederholt um 15 Uhr seine Vorstellung vom Samstag. Ab 16 Uhr übergibt er an die „Maori Showtanz Gruppe“.

Der ebenfalls wiederholt stattfindende Tattoo Contest mit der Prämierung der besten Tattoos ist am Sonntag bereits für 17 Uhr vorgesehen. Den Abschluss bilden um 18 Uhr „Electric Circus“ und um 19 Uhr schließt die 4. Tattoo Messe in Fürth ihre Pforten.

Unter den Teilnehmern sind auch nationale Künstler zu finden. An Stand Nr. 2 präsentiert sich das Studio „Crazy Pitbull Tattooart“ aus Fürth. Die Stände Nr. 22 und 23 werden vom gleichfalls aus Fürth stammenden „Viktor Tattoo“ aufgebaut. Bekanntlich sind alle guten Dinge drei und so wundert es nicht, dass „Lhiondaig Tattoo“ vom Stand 64 auch zu den einheimischen Tattookünstlern zählen. Die internationale Komponente vertreten beispielsweise „Skullface Tattoo“ aus Ungarn und „DC Tattoo“ aus Österreich.

Die Stadthalle Fürth befindet sich in der Rosenstraße 50 in 90462 Fürth. Tickets kann man ganz bequem per Internet vorbestellen. Geöffnet ist am Samstag von 12 bis 23 Uhr und Sonntag von 12 bis 19 Uhr. Eine Tageskarte kostet 10 Euro. Alle, die ihren Nachwuchs mitbringen möchten, werden sich über die angebotene Kinderbetreuung freuen. Während Mama und Papa die neuesten Trends bei den Tattoos und Piercings erkunden, werden die Kleinen altersgerecht beschäftigt.

Bildquelle: © Rainer Sturm / Pixelio.de

Tattoos in der Dortmunder Westfalenhalle fanden großen Anklang

23. Mai 2016

421960_web_R_K_by_sabine meyer_pixelio.de (2)Bunt, schrill und auffällig war das Motto vom 20. bis 22. Mai in der Dortmunder Westfalenhalle. Die Tattoo & Piercing Convention, die nach Angaben der Veranstalter größte Tattoo-Messe der Welt, fand statt. Das ließen sich die Tattoo- und Piercingfans nicht zwei Mal sagen. Schon vor der Eröffnung der Messe am 20. Mai um 14 Uhr bildeten sich lange Schlangen am Einlass. Viele hatten sich im Vorverkauf und online ihre Tickets gesichert, um ja nicht leer auszugehen.

Während es am Freitag noch recht übersichtlich zuging, vervielfachte sich die Besucherschar am Samstag und am Sonntag um einiges. Über dem Getümmel lag das beständige Surren der Tätowiernadeln. Überall entstanden neue Kunstwerke auf der Haut. Während manche tatsächlich nur zum Schauen gekommen waren, hatten andere den festen Vorsatz, sich von einem der nationalen und internationalen Tattookünstler eine Tätowierung stechen zu lassen. Wieder andere trafen ihre Entscheidung erst auf der Convention, ließen sich von den neuesten Trends inspirieren und begaben sich anschließend gleich vor Ort unter die Nadel.

Auch denjenigen, die sich nicht tätowieren lassen wollten, wurde es nicht langweilig. Zu sehen gab es genug und das nicht nur an den Ständen. Auf der Showbühne wurde drei Tage lang ein abwechslungsreiches Programm geboten, was sich keineswegs nur mit Tattoos und Piercings beschäftigte. So war etwa Stevie Starr zu Gast, der bei der Fernsehsendung „Das Supertalent“ durch seine unglaubliche Fähigkeit bekannt wurde, die verschiedensten Gegenstände zu verschlucken und anschließend wieder hervorzubringen. Sehenswert waren ebenfalls die Auftritte von „Power Percussion“, „The Tin Cars“ und Nader Rahy. Flo Sailer brachte die Zuschauer mit seiner „BMX Flatlandshow“ zum Staunen.

Was wäre eine Tattoo-Messe ohne Contest? Selbstverständlich war die Prämierung der besten Tattoos auch bei der Tattoo & Piercing Convention Dortmund ein wesentlicher Programmpunkt. Der Wettbewerb wurde samstags und sonntags in verschiedenen Kategorien ausgetragen. Voraussetzung für eine Teilnahme war, dass das jeweilige Motiv auf der Messe gestochen wurde und natürlich in eine der acht Kategorien passte. Alternativ konnte noch eine Anmeldung für die Juxkategorie „Best worst Tattoo“ erfolgen. Da gab es zwar keinen Pokal zu gewinnen, aber Spaß war garantiert.

Bei den Ausstellern ging es mindestens ebenso bunt zu wie bei den Besuchern. Sie kamen nahezu aus aller Herren Länder. Ein Studio in Dortmund betreibt etwa der Tätowierer John Read. Er war mit seinem „Art for life“ genauso vertreten wie „Tom Milhouse Tattoo“ aus Tschechien. Insgesamt gaben sich mehr als 100 Tätowierer die Ehre. Sie alle hatten an den drei Tagen gut zu tun. Pausen waren kaum möglich, denn der Besucherstrom und der Strom der Tätowierwilligen rissen einfach nicht ab.

Die DoCon, wie die Dortmunder Tattoo & Piercing Convention offiziell heißt, feierte in diesem Jahr ihr 21. Jubiläum. Dass sie im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, steht bei dem Erfolg außer Frage. Tattoos und Piercings werden weiterhin einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft einnehmen. Darüber sind sich Veranstalter, Aussteller und Besucher einig. Deshalb wird die Dortmunder Tattoo-Messe wohl noch lange den Veranstaltungskalender der Stadt bereichern.

In diesem Jahr war übrigens ein Trend zu verspielten Motiven zu bemerken, bei denen der Tätowierer gerne seine eigenen Ideen einbringen durfte. Der Wunsch nach Farbe ist zurückgegangen, derzeit erfreuen sich Schwarz und Grau wachsender Beliebtheit.

Bildquelle: © sabine meyer/ Pixelio.de

Neuentwickelte Tinte ermöglicht das einfache Entfernen von Tattoos

18. Mai 2016

690281_web_R_K_B_by_Tim Reckmann_pixelio.de (2)Auf Wiedersehen Tattoosünden und Tätowierungen, die längst verflossenen Liebschaften gewidmet waren! Bisher waren Tattoos eine Entscheidung für die Ewigkeit. Einmal gestochen, konnten sie nicht oder nur mit großer Mühe wieder entfernt werden. War das Motiv missglückt oder nicht mehr aktuell, musste es der Träger also trotzdem im Regelfalle bis ans Ende seines Lebens auf der Haut belassen. Zwar scheint das der Beliebtheit von Tattoos keinen Abbruch zu tun, doch Sendungen wie „Tattoo Nightmares“ oder „Horror Tattoos“ zeigen überdeutlich, dass es jede Menge Menschen gibt, die ihre Tätowierungen bereuen.

Geht es nach Studenten der New York University, muss sich bald niemand mehr darüber Gedanken machen, ob ein Tattoo missglückt ist oder nicht. Sie beschäftigen sich gerade mit der Entwicklung einer Tinte, die sich problemlos wieder entfernen lässt: Soll das Tattoo verschwinden, wird es einfach wegradiert. Wie in der Schule, wenn man früher seine falschen Hausaufgaben mit dem Radiergummi ausradiert und dann die richtigen Lösungen hingeschrieben hat, soll es künftig auch mit Tattoos machbar sein.

Wer in der Vergangenheit ein vorübergehendes Tattoo haben wollte, hatte lediglich die Wahl zwischen Jagua-Gel oder Henna. Bei beiden handelt es sich um aus Pflanzen hergestellte Farben, die auf die Haut aufgebracht werden und dort mehrere Wochen halten. Die neue Tinte mit dem Namen Ephemeral wird wie normale Tätowiertinte unter die Haut gestochen, jedoch nicht so tief wie diese. Sie dringt lediglich bis unter die oberste Hautschicht vor. Die Tinte wird nach und nach vom Körper abgebaut. Von daher ist ein solches Tattoo nicht von Dauer. Wird der Natur freier Lauf gelassen, ist die Tätowierung nach ein bis zwei Jahren wieder verschwunden.

Für eine vorzeitige Entfernung ist eine bestimmte Substanz notwendig. Die dann durchzuführende Prozedur ist nahezu schmerzfrei. Außerdem bleiben keine Narben zurück. Zwei wesentliche Vorteile gegenüber der bisher für die Tattooentfernung verfügbare Lasermethode, die langwierig und schmerzhaft war sowie häufig unschöne Narben hinterließ.

Für wirkliche Tattoofans, die sich bewusst für ein lebenslanges Motiv entscheiden, dürfte die neue Tinte nicht von Interesse sein. Unentschlossenen oder Menschen, die sich nicht für immer festlegen wollen, gewährt die Tinte Freiheit und Flexibilität. Unter den Promis dürften sich gleichfalls viele Anhänger finden. Man denke hier nur an Model Cara Delevingne (23). Sie ist bekennender Tattoofan, kann sich aber auch für eine vorübergehende Körperbemalung begeistern und wird diesbezüglich die entfernbare Tinte zu schätzen wissen.

Die Ephemeral-Tinte empfiehlt sich weiterhin für Freundschafts- oder Liebestattoos. Niemand kann vorhersagen, wie lange eine Beziehung halten wird. Mit der neuen Tinte verschwindet nicht nur die betreffende Person aus dem Leben, sondern eine auch ihr gewidmete Tätowierung.

Aktuell ist die neue Tinte noch nicht in den Tätowierstudios im Einsatz. Die Entwickler sind sich allerdings sicher, dass sie mit ihrem neuartigen Produkt die Tattoo-Industrie nachhaltig verändern werden. Der Gründer von Ephemeral-Inks, Seung Shin, zweifelt nicht daran, dass seine Tinte in den nächsten fünf Jahren ihren Durchbruch feiern wird. Die Möglichkeit, ein mit dieser Tinte gestochenes Tattoo schnell und einfach entfernen zu können, wird vor allem die Menschen überzeugen, die keine lebenslange Tätowierung möchten und sich deshalb (noch) nicht in die Hand eines Tätowierers begeben haben.

Bildquelle: © Tim Reckmann / Pixelio.de

Mit Tattoos zur Millionärin: Schweizerin wurde durchs Tätowieren reich

29. April 2016

417032_web_R_K_by_Margrit_pixelio.de (2)Die Karriere von Giada Ilardo aus der Schweiz liest sich wie ein Märchen. Ursprünglich wollte die heute 32-Jährige einen ganz normalen Beruf erlernen. Bildhauerin oder Töpferin schwebten ihr vor, als es um die Berufswahl ging. Allerdings gelang es ihr nicht, eine passende Lehrstelle zu finden. Also musste eine Alternative her.

Ilardo drückte fortan auf einem Kunstgymnasium in Italien die Schulbank. Doch die Sehnsucht nach ihrer Heimat war stärker. So kehrte sie nach Hause zurück, besuchte einen Piercing-Kurs und baute ein Klappbett in ihrem Kinderzimmer auf. Hierauf konnten sich ihre Freunde – natürlich gegen eine angemessene Bezahlung – Piercings stechen lassen. Gerade einmal 16 Jahre alt war die Schweizerin damals. Heute ist sie 32 und Millionärin.

Bereits nach einem halben Jahr war ihr Kinderzimmer zu klein und sie zog mit ihrem Studio in ein Ladenlokal um. Zu den Piercings gesellten sich Tattoos. Die nächsten Jahre waren für Ilardo äußerst erfolgreich und ein Ende des Erfolgs ist nicht abzusehen.

Laut der Illustrierten „Schweizer Familie“ ist Ilardos Unternehmen, das den klangvollen Namen „Giahi“ trägt, das größte Tattoo- und Piercing-Unternehmen in Europa. Ob das stimmt, ist nicht bewiesen. Fakt ist aber, dass das Schweizerische Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ die Unternehmerin erst kürzlich in die Liste der 100 reichsten Schweizer unter 40 Jahren aufgenommen hat. Auf 5 bis 10 Millionen Schweizer Franken wird der Wert ihres Unternehmens geschätzt. Verglichen mit den zahlreichen anderen Menschen auf dieser Liste hat die junge Frau jeden Franken davon selbst erwirtschaftet. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen und lebte mit ihrer Mutter vorwiegend alleine. Das Geld reichte gerade so aus, um über die Runde zu kommen.

In der Gegenwart betreibt Ilardo fünf Studios, beschäftigt 40 Mitarbeiter und verfügt über 30 Untermieter. Trotzdem denkt sie noch lange nicht daran, die Hände in den Schoss zu legen und sich auf dem Erreichten auszuruhen. Sie hat noch jede Menge Pläne im Kopf. Tattoos und Piercings werden weiterhin eine Rolle in ihrem Leben spielen. Anfang Juni will die 32-Jährige in ihrem Winterthurer Tattoo-Studio eine Bar eröffnen und sich somit einmal in der Gastronomie ausprobieren. Angesichts des bisherigen Werdegangs scheint es außer Frage zu stehen, dass auch diese Geschäftsidee ein Erfolg werden wird.

Sollte es wider Erwarten nichts werden mit der Bar im Tattoo-Studio, bleibt noch die Serie von Pflegeprodukten, die in Zusammenarbeit mit der in Zürich ansässigen Rahn AG entwickelt wurde. Erst einmal sind es vor allem Cremes zur Pflege von Tattoos und Piercings, die erhältlich sein werden. Ob und in welcher Art die Pflegeserie ausgebaut wird beziehungsweise werden kann, wird die Zukunft zeigen. Da bekanntlich alle guten Dinge drei sind, hat die hübsche Brünette noch ein drittes Ass im Ärmel: Sie überlegt, Accessoires und Uhren unter ihrem Label herauszubringen.

Unabhängig davon, wie sich die einzelnen Ideen von der Theorie in die Praxis umsetzen lassen, für Ilardo kommt es nicht in Frage, jemals den Kopf in den Sand zu stecken. Sie wird sich sicher auch in Zukunft noch das eine oder andere Neue einfallen lassen und von sich hören machen. Und falls der Ideenreichtum doch einmal erschöpft sein sollte, bleiben weiterhin die Tattoos und Piercings, wo es immer neue Trends zu entdecken gibt.

Bildquelle: © Margrit / Pixelio.de